Traumasensibles Coaching ist Coaching, das die möglichen Folgen belastender Erfahrungen mitdenkt, ohne sie zum Gegenstand einer Behandlung zu machen. Du gehst davon aus, dass hinter einem Verhalten, das von außen irrational wirkt, oft eine Schutzfunktion steckt.
Emotionales Essen, ständige Überarbeitung, das immer gleiche Beziehungsmuster, das Lächeln, während jemand von etwas Schmerzhaftem erzählt: Das sind häufig Anpassungsleistungen, die irgendwann einmal sinnvoll waren, real oder gefühlt überlebenswichtig.
Das Problem ist selten fehlendes Wissen. Die meisten Klientinnen wissen sehr genau, was ihnen nicht guttut. Genau dieses Wissen neben dem eigenen Verhalten erzeugt Scham, Schuld, Frust, manchmal Selbstabwertung.
Ein Coaching-Prozess, der genauer hinschaut, holt diese Gefühle an die Oberfläche. Das ist kein Fehler des Prozesses, sondern ein erwartbarer Teil davon. Traumasensibel heißt, darauf vorbereitet zu sein und die Klientin damit nicht allein zu lassen.
Wissen über Trauma ist dafür nötig, aber es reicht nicht. Du kannst alle Traumaformen erklären können und trotzdem im entscheidenden Moment erstarren, wenn eine Klientin anfängt zu weinen.
Traumasensibilität zeigt sich darin, wie du Themen ansprichst, wie du Tempo und Nähe dosierst und wie du auf Reaktionen reagierst. Sie ist Haltung und Handwerk zugleich.